Kaum ein Ort vereint derart viele Namen der Geschichte auf so engem Raum wie Schloss Hartenfels: Martin Luther, Lucas Cranach, Heinrich Schütz, Zar Peter I. und Napoleon. Sie alle prägen die Geschichte von Schloss Hartenfels in Torgau als bedeutendes kurfürstliches Schloss, Festungsensemble und Meilenstein der Kirchen- und Architekturgeschichte.

Bedingt durch dieses reiche Erbe erfolgte durch den Landkreis Nordsachsen und die Stadt Torgau beim Freistaat Sachsen im Januar 2012 die erste Stufe der Antragstellung für die Aufnahme von Schloss Hartenfels in die Liste des Unesco-Weltkultur-Erbes.

Die Antragstellung erfolgt im Rahmen der periodischen Berichterstattung der Luthergedenkstätten Sachsen-Anhalt. Für die Erweiterung der Luthergedenkstätten und damit auch Schloss Hartenfels in Torgau wird eine Verleihung des Titels im Jubiläumsjahr 2017 angestrebt.

Im Jahr 2015 war Schloss Hartenfels Veranstaltungsort der 1. Nationalen Sonderausstellung im Rahmen der Lutherdekade. In Vorbereitung auf dieses Großereignis wurden zahlreiche Baumaßnahmen durchgeführt. Im November 2014 erfolgte die Fertigstellung der Farbgebung am Großen Wendelstein. Seit Dezember 2014 ist die freitragende Treppe des Baumeisters Konrad Krebs in seiner beeindruckenden Farbenpracht wieder für die Besucher von Schloss Hartenfels erlebbar.

Pünktlich zur Eröffnung der 1. Nationalen Sonderausstellung wurde im Mai 2015 nach mehrmonatiger Bauzeit die Schlosskapelle als der erste evangelische Kirchenneubau, der 1544 von Martin Luther in Dienst genommen worden war, wieder für Besucher aus aller Welt geöffnet. Weitere Bau- und Restaurierungsmaßnahmen finden derzeit in den ehemaligen kurfürstlichen Gemächern und im Flaschenturm sowie der Spiegelstube über dem Großen Wendelstein statt. Eine Fertigstellung und öffentliche Präsentation dieser Bereiche ist für das Jahr 2017 vorgesehen.