Torgau kreuzt den Lebensweg der Katharina von Bora an zwei entscheidenden Wendepunkten. Katharina von Bora wurde 1499 geboren und wurde bereits im Alter von 5 Jahren zur Erziehung in ein Kloster gegeben. Sie war eine jener 12 Nonnen, die 1523 unter Führung des Torgauer Bürgers Leonhard Köppe mit einem Planwagen aus dem Kloster Nimbschen fliehen konnten. Torgau war die erste Station des Wagens. Köppe war ein Vertrauter Luthers, der über die „Entführung“ unterrichtet war. Die Ehe zwischen Katharina und Martin Luther wurde am 13. Juni 1525 durch den Stadtpfarrer Justus Jonas in Wittenberg getraut. Katharina führte den Haushalt der Familie Luther im „Schwarzen Kloster“, wo sie ihren Lebensmittelpunkt fand. Seltener als ihr Gemahl besuchte sie folglich Torgau. Belegt ist ein Aufenthalt für das Jahr 1552: Nach dem Tod Martins flieht Katharina Luther vor der Pest aus Wittenberg nach Torgau. Unweit der Stadt bricht der Wagen und Katharina Luther verletzt sich lebensbedrohlich. Am 20. Dezember erliegt sie ihren Verletzungen und wird am 21. Dezember 1552 in der Stadtkirche St. Marien beigesetzt. Noch heute kann das Epitaph aus dem 16. Jahrhundert hier besichtigt werden.

In Gedenken an Katharina von Bora richtete die Stadt Torgau die Katharina-Luther-Stube in ihrem Sterbehaus (Katharinenstraße 11) ein.