Im Zuge der Bautätigkeit unter Johann Friedrich dem Großmütigen ist die Anwesenheit von Lucas Cranach auf Schloss Hartenfels für längere Zeiträume von bis zu 36 Wochen belegt. So weist z. B. noch das Inventar von 1546 ein Gemach für „Meister Lux“ im Bereich der ehemaligen Tordurchfahrt aus.

Auch wenn sich kaum etwas der einst üppigen Ausstattung in diesem Bereich erhalten hat, so geben die Quellen einen lebendigen Einblick in den ursprünglichen Bilderreichtum.

Ein anschauliches Zeugnis vom Wirken der Cranach Werkstatt hingegen ist der Groteskenfries in der Spiegelstube über dem Großen Wendelstein. Grotesken, Blattmasken und vegetabile Ornamente schließen sich hier wie ein Reigen über den Vorhangbogenfenstern in der oberen Wandzone.

Die Mitarbeit der Cranach-Werkstatt an der bildkünstlerischen Ausgestaltung von Schloss Hartenfels lässt sich für viele Bereiche archivalisch belegen. Schloss Hartenfels und Torgau wurden am 14. Januar 2015 in die Kooperation „Wege zu Cranach “ aufgenommen. Die einstige Wirkungsstätte Cranachs und seiner Werkstatt wird so wieder in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Mit der Aufnahme von Torgau und Schloss Hartenfels werden auf den Wegen zu Cranach nun auch Pfade erschlossen, die das bekannte Oeuvre Cranachs bereichern und ergänzen. Schloss Hartenfels lenkt den Blick auf weniger populäre Aspekte im Schaffen Cranachs wie z. B. das Entwerfen von Vorlagen oder die Wandmalerei.