Schloss Hartenfels in Torgau ist auf besondere Weise verbundend mit dem Namen Martin Luther: Am 5. Oktober 1544 predigte der Reformator hier anlässlich der Einweihung der neuen Schlosskapelle des Kurfürsten Johann Friedrich. Es sollte das erste und einzige Mal bleiben, dass Luther einen Kirchenneubau in Dienst nahm, der eigens für den evangelischen Gottesdienst errichtet worden war.

Diese Amtshandlung sollte einer der letzen Besuche Luthers auf Schloss Hartenfels sein. Luther war zuvor bereits häufiger auf Geheiß des Kurfürsten von Wittenberg nach Torgau gerufen worden – allein 4 Mal im Jahr 1532 an das Sterbebett und schließlich zur Testamentseröffnung von Kurfürst Johann dem Beständigen. 1527 entstanden unter Luthers Anleitung hier die Grundzüge der ersten protestantischen Visitationsordnung. 1528 traf er auf Schloss Hartenfels den dänischen König Christian II. und dessen Schwester Elisabeth von Brandenburg. 1530 nahm er an der Beratung der Wittenberger Theologen mit den Kursächsischen Räten teil, um die Frage zu erörtern, wie sich die Protestantischen Stände gegenüber dem Kaiser in Glaubensfragen positionieren. Gemeinsamt mit Justus Jonas und Johannes Bugenhagen verfasste er die Torgauer Artikel, die noch im selben Jahr Bestandteil der Confessio Augustana wurden.
Ein Jahr später traf er im Torgauer Schloss auf Herzog Heinrich von Sachsen und dessen Frau Katahrina von Mecklenburg.

Für das Jahr 1540 ist in Luthers Aufzeichnungen ein Zitat bekannt, das von einer tiefen Verbundenheit des Reformators zu Torgau zeugt. Am 12. August schreibt „Ich bin der Stadt (Wittenberg) müde und will nicht widerkommen." Nach einem Gespräch des Reformators mit Matthäus Ratzeberger in Torgau wird er schließlich nach Wittenberg zurückkehren.