Ebenso populär wurde Luthers Aufenthalt auf der Wartburg bei Eisenach. Sein Landesherr, Kurfürst Friedrich der Weise billigte die Reformation. Er bot dem Reformator hier ein Refugium vor der Reichsacht, die Kaiser Karl V. infolge der päpstlichen Bannbulle Leos X. über Luther verhängt hatte. Während der Jahre 1521-1522 lebte und arbeitete Luther als Junker Jörg auf der Wartburg. Er übersetzte in nur 11 Wochen das Neue Testament ins Deutsche.

Schloss Hartenfels und Torgau sind von ebenso zentraler Bedeutung für das Wirken der Lutherischen Reformation wie Wittenberg und die Wartburg. Torgau war seinerzeit die bevorzugte Residenz des kurfürstlichen Hofes. Gelehrte und Theologen wie Georg Spalatin oder Gabriel Zwilling wirkten in diesem Umfeld ebenso wie der Kirchenmusiker Johann Walter. Hier entstand mit Schloss Hartenfels und der Schlosskapelle das gebaute Manifest der Reformation. Noch heute künden Bild- und Formensprache des Torgauer Schlosses von der herausragenden Stellung und dem politischen Selbstverständnis der ernestinischen Kurfürsten: Ließ Friedrich der Weise in den Anfangsjahren die Reformation noch gewähren, avancierte dessen Neffe Johann Friedrich der Großmütige schließlich zum Führer des Schmalkaldischen Bundes, der die Interessen der protestantischen Stände gegenüber dem papsttreuen Kaiserreich auch militärisch vertrat.