Die Ausstellung „Torgau. Residenz der Renaissance und Reformation“ versetzt den Besucher in die Zeit der kurfürstlichen Herrschaft auf Schloss Hartenfels von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648). Nach dem Übergang der Kurwürde von den Ernestinern an die Albertiner 1547 verlor Torgau seinen Status als Hauptresidenz an Dresden. Doch als wichtigste Nebenresidenz mit einem prächtigen Renaissanceschloss von europäischen Rang inmitten einer florierenden Handelsstadt bot Torgau ideale Bedingungen für die Ausrichtung fürstlicher Hochzeiten, höfischer Feste, politischer Zusammenkünfte und Landtage.

Eine erlesene Auswahl an Objekten aus dem reichen Sammlungsbestand der Rüstkammer, bereichert um Kunstwerke aus dem Grünen Gewölbe und dem Kunstgewerbemuseum, lassen die Prachtentfaltung und den Reichtum des kurfürstlichen Hofes lebendig werden.

Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen (1585/1611-1656) schenkte Torgau besondere Aufmerksamkeit. Seine zweite Hochzeit (1607) sowie die Vermählung der ältesten Tochter (1627) fanden auf Schloss Hartenfels statt. Das höfische Fest erreichte neue Dimensionen und nahm innerhalb der Repräsentation einen zentralen Platz ein. Neben Turnieren, Maskeraden, Banketten, Feuerwerken sowie musikalischen und theatralischen Darbietungen diente auch die Jagd der Belustigung und der herrschaftlichen Selbstinszenierung. Reich verzierte Waffen, darunter Jagdwaffen und Zubehör für den „edlen“ Weidmann, Fürstenporträts und Kunstkammerstücke führen die Regierungszeit des Kurfürsten Johann Georg I. vor Augen.

Tafelschiff (Tischaufsatz) aus einem Nautilusgehäuse, S. Lormann, Torgau 17. Jh.


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