Martin Luther, Lucas Cranach, Kaiser Karl V., Heinrich Schütz, Zar Peter I. und Napoleon – wie kaum ein anderer Ort verbindet Schloss Hartenfels bedeutende historische Persönlichkeiten und besondere Ereignisse auf engstem Raum.

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts avancierte Torgau zum politischen Zentrum der Reformation. Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige demonstrierte seine Stellung als führende weltliche und geistliche Autorität durch Architektur und Ornament an der Fassade des Schlosses. Prominentes Beispiel dieser Repräsentationsarchitektur ist der Große Wendelstein.

Die Schlosskapelle wurde von Martin Luther 1544 persönlich eingeweiht. Sie gilt als erster protestantischer Kirchenneubau und wurde beispielgebend für weitere Sakralbauten. Lucas Cranach und seine Werkstatt wirkten hier ebenso wie Johann Walther, der in Torgau die erste Kantorei und schließlich die sächsischen Hofkappelle gründete. 1627 wurde hier mit „Daphne“ von Heinrich Schütz die erste deutschsprachige Oper uraufgeführt.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Schloss Teil der sächsisch-napoleonischen Festung und später preußische Kaserne. Am 25. April 1945 bot Schloss Hartenfels die Kulisse für die amerikanischen Soldaten, die den Kontakt zu den Sowjettruppen aufnahmen. Das nachgestellte Foto ihres Handschlages ging um die Welt und wurde zum Symbol für das Ende des 2. Weltkrieges.

Heute ist Schloss Hartenfels Sitz des Landratsamtes Nordsachsen und ein Denkmal von internationaler Bedeutung. Ständig wechselnde Ausstellungen verleihen dem Ort überregionale Strahlkraft. Die Kapelle wird als lebendiges Haus Gottes genutzt und zur freien Besichtigung sowie zu Gottesdiensten geöffnet.

Wenn Sie das Schloss besuchen möchten, finden Sie hier alle wichtigen Informationen .