Johann Friedrich I. begann im Jahr 1533 mit weiteren umfangreichen Baumaßnahmen am heutigen Flügel C. In diese Zeit fällt die Errichtung des Großen Wendelsteins, der zu den Inkunabeln der deutschen Renaissancearchitektur zählt. Motivisch greift die Fassade von Flügel C mit dem vorgelagerten Großen Wendelstein die Symmetrie und das Monumentale der französischen Renaissanceschlösser und das 50 Jahre ältere Vorbild an der Meißner Albrechtsburg auf. Es entsteht allerdings eine eigenständige, einzigartige Lösung. Der Torgauer Wendelstein ist eine freitragende Spirale ohne tragende Mittelsäule, deren geschossübergreifende Erscheinung neuen statischen Prinzipien unterliegt. Damit ist der der Wendelstein in Torgau revolutionär, er übertrifft auch die französischen Vorbilder und entspringt als einzigartiges Meisterwerk der Schule Arnolds von Westphalen. Der Treppenturm ist nunmehr nicht nur funktionales Bauteil, sondern Teil der herrschaftlichen Repräsentation.