Die Fassade von Schloss Hartenfels ist dekoriert mit einer Vielzahl an figürlichen und ornamentalen Kunstwerken aus Sandstein. Sie fügen sich zu einem einzigartigen Bildprogramm zusammen und präsentieren das Torgauer Schloss als gebautes Manifest der Reformation. Die originalen Steine sind fast 500 Jahre alt und teilweise stark verwittert. Um sie zu bewahren, wurden sie an der Fassade durch farbenfrohe originalgetreue Kopien ersetzt. Die Originale werden heute in der Ausstellung "Steinerne Zeugen" im Lapidarium präsentiert.
Zu sehen sind unter anderem Elemente des Sächsischen Gesamtwappens, das einst über dem Portal am Bärengraben thronte und von Johann Georg I. im Jahr 1619 in Auftrag gegeben wurde. Auch die Wappengalerie des Großen Wendelsteins aus den 1530-er Jahren ist im Original erhalten geblieben. Mit dieser setzte Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige sich und seinen Ahnen ein großartiges Denkmal. Außerdem haben die originale Konsolsteine und der Grabstein von Konrad Krebs, dem Erbauer des Großen Wendelsteines, hier ihren Platz gefunden.
Das Lapidarium befindet sich in den ältesten Gewölbekellern des Schlosses, die noch aus der frühen Bauzeit im 15. Jahrhundert stammen.
Unter dem heutigen Schlosscafé befand sich die Untere Hofstube, in der einst die Angehörigen des Hoflagers speisten. Hier befinden sich außerdem ein Brunnen, der früher der Wasserversorgung diente, sowie der spätgotische Aufgang zum inzwischen nicht mehr existierenden gotischen Wendelstein am alten Hofstubenbau. Auch Reste des Hasenturms, eines mittelalterlichen Wehrturms aus dem frühen 15. Jahrhunderts, sind erkennbar und belegen die ursprünglich mittelalterliche Burganlange. Bei Ausgrabungen stieß man hier zudem auf slawische Keramik, die auf eine Vorbesiedlung des Areals und seiner Umgebung hinweist.
An diese Räume schließt sich das Gewölbe unter der Schlosskapelle an, von dem aus auch der Keller unter dem Flaschenturm erreichbar ist. An dieser Stelle sind bauliche Relikte der einstigen Reiterspindel im Flaschenturm erkennbar: Hoch zu Ross konnte der Kurfürst über diese Rampe direkt in sein Gemach gelangen.
Neben den Zeugnissen aus der glanzvollen Zeit als kurfürstliche Residenz sind hier auch die Reste eines mittelalterlichen Kerkers erkennbar.
Das Lapidarium ist Teil des Torgauer Museumspfades, die Ausstellung ist nicht im Kombiticket von Schloss Hartenfels inbegriffen. Der Zugang erfolgt über das Elbtor oder über den Schlosshof durch den Durchgang zum Elbtor.
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