Der Ausgangspunkt des Museumspfades befindet sich am Fuße von Schloss Hartenfels: Seit 2003 beherbergt die ehemalige Kurfürstliche Kanzlei das Stadt- und Kulturgeschichtliche Museum Torgau .

Bedingt durch seine wechselhafte Geschichte wurde Schloss Hartenfels im Zuge diverser Militärkonflikte und Umnutzungen hinsichtlich seiner einstigen prächtigen Ausstattung stark in Mitleidenschaft gezogen. Ein Besuch des Bürgermeister-Ringenhain-Hauses bietet demgegenüber einen Eindruck von Motiven ausgewählter Räume des Schlosses. Das stattliche dreigeschossige Bürgerhaus mit steilem Satteldach verbirgt hinter einer schlich­ten Fassade einzigartige, in höchster Qualität ausgeführte Decken- und Wand­malereien und plastische Dekorations­elemente des späten 16. und frühen 17. Jahrhundert, die es zum kunst- und kulturhistorisch be­deutendsten Renaissance-Bürgerhaus im mitteldeutschen Raum machen. Die von geschulten Künstlern (u. a. Pieter de Bruck) und mit italienischen und nieder­län­di­schen Einflüssen gestalteten Decken- und Wand­malereien offenbaren europäische Di­men­sionen. Die "Engelstube" im ersten Ober­ge­schoss mit einem Himmel aus Wolken, Sternen und musizierenden Engeln zeigt gestalterische Parallelen zu nicht mehr erhaltenen "Engel­stuben" im Schloss Hartenfels.

Im Kontrast zur fürstlichen Ausstattung des Bürgermeister-Ringenhain-Hauses bietet das historische Handwerkerhaus einen Einblick in die beengenden Le­bens­ge­wohn­hei­ten der ein­fa­cheren städtischen Be­völ­kerungs­schicht.

In unmittelbarer Nähe zum Schloss Hartenfels befindet sich die Katharina-Luther-Stube, das Sterbehaus der Ehefrau des Reformators. Sie verstarb 1552 in Torgau und fand ihre letzte Ruhe in der Stadtkirche St. Marien . Auf der Flucht vor der Pest erlitt sie vor den Toren Torgaus einen tragischen Unfall, von dem sie sich nicht mehr erholte. Ihr Lebensweg endet in der Stadt Torgau, die nach der Nonnenflucht aus dem Kloster Nimbschen die erste Station auf dem Weg ins bürgerliche Leben war. Die Ausstellung widmet sich anhand zeit­ge­nössischer Grafiken und Gegenstände der All­tags­kultur der Biographie der außer­ge­wöhn­lichen Frau, die eng mit dem reformatorischen Wirken ihres Mannes verbunden war. Erst­drucke seltener Schriften Luthers und Me­lanch­thons geben Einblicke in das geistige Umfeld der Zeit.

Torgau verfügt als größter Bierproduzent Sachsens im 16. Jh. über 300 mittelalterliche und frühneuzeitliche beeindruckende Kelleranlagen. Das berühmte Torgauer Bier war das „Brot der Stadt“. Ein Brauhaus des 16. Jh. und die Braukeller können im Braumuseum besichtigt werden.